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Weniger Essen im Müll – und im Tank!

Lebensmittel sind auch zu kostbar um sie zu verheizen

Das Netzwerk Agrotreibstoffe begrüßt die Initiative „Lebensmittel sind kostbar“. Wie ist aber die Position von Minister Berlakovich zu Essen im Tank damit vereinbar?

Minister Berlakovich greift mit der Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ ein wichtiges Thema in unserer Wegwerfgesellschaft auf: Jährlich landen in Österreich fast 160.000 Tonnen genießbare Lebensmittel auf dem Müll – 19 Kilo pro Kopf! Während 870 Millionen Menschen hungern, könnten allein mit den in Europa und den USA weggeworfenen Lebensmitteln alle Hungernden dreimal satt werden!

Noch größere Dimensionen als das achtlose Wegwerfen von Essen hat aber mittlerweile die energetische Nutzung von Nahrungsmittelpflanzen erreicht. Allein Österreich benötigt für eine fünfprozentige Beimengung von Ethanol jährlich rund 300.000 Tonnen Getreide. Für Agrodiesel werden über 800.000 Tonnen Ölsaaten verarbeitet. In Summe sind das jährlich über 130 Kilo Nahrungsmittel pro Kopf!

Das Netzwerk Agrotreibstoffe begrüßt die Initiative von Minister Berlakovich zur Vermeidung von Essen im Müll. Allerdings sollten ihn 130 Kilo Essen im Tank nachdenklich stimmen!

Neben dem vielfach widerlegten Nutzen für das Klima sind es vor allem die massiven sozialen und ökologischen Probleme in Entwicklungs- und Schwellenländern, die zu einer Umkehr bei der Agrotreibstoff-Politik führen müssen. Diese hat dazu geführt, dass lokale Bevölkerungsgruppen bereits Millionen von Hektar Land, ihre Lebensgrundlage, an die Agroindustrie verloren haben. In vielen Ländern hat sich die prekäre Ernährungslage somit weiter verschlechtert.

Angesichts dieser negativen Folgen ist es unethisch, große Mengen an Nahrung zu verspriten. Das Netzwerk Agrotreibstoffe fordert Umweltminister Berlakovich auf, seine menschenrechtlichen Verpflichtungen wahrzunehmen. Dazu gehört zumindest eine Begrenzung der Beimengung von Lebensmittelpflanzen auf 5 Prozent, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen. Weiters dazu gehört die Anerkennung indirekter Landnutzungsänderungen in der Treibhausgasbilanz, da diese nicht nur die ökologische Bilanz schärfen, sondern auch klar die menschenrechtlichen Auswirkungen aufzeigen.

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Über markus meister

https://www.twitter.com/markus_meister

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